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10 Arten Freundschaften während des Erasmussemesters zu schließen

Susanne Gottlieb

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Ins Ausland gehen, neue Kulturen erleben und neue Menschen kennen lernen hat auf jeden, der dies erlebt hat, einen großen Einfluss. Aber sobald du nach Hause gehst, hast du das ungute Gefühl, dass du mehr Zeit mit den anderen Erasmusstudierenden verbracht hast als mit den einheimischen Studierenden.

Eine kürzlich durchgeführte Studie von dem Erasmus Studentennetzwerk hat gezeigt, dass Erasmusstudenten/innen Schwierigkeiten haben, Freundschaften mit den einheimischen Studierenden zu schließen und das wirkt sich negativ auf das Erasmuserlebnis aus.

Wen kann man dafür verantwortlich machen? Hängen die Erasmusstudenten/innen wirklich nur untereinander ab? Sind die einheimischen Studenten/innen einfach wirklich nicht so an den Erasmus Studierenden interessiert?

Die Wahrheit ist, dass es genügend einheimische Studenten gibt, die gerne Freundschaften mit Studenten/innen aus dem Ausland schließen würden. Aber wie soll das gehen, wenn du von deinen Erasmus Freunden umgeben bist? Hier sind einige Arten und Weisen, wie du, während deines Erasmusaufenthalts, Freundschaften mit einheimischen Studenten/innen schließen kannst:

1. Sei aufgeschlossen

Internationale Studenten/innen haben oft Hemmungen, mit einheimischen Studenten/innen Zeit zu verbringen. Diese haben ihre täglichen Routinen, ihr Studium und ihre feste Freundschaften. Sie sind nicht bei den Einführungsveranstaltungen, schlafen nicht in denselben Studentenunterkünften, haben nicht dieselben Vorlesungen und Sightseeing in ihrem eigenen Land machen sie auch nicht jedes zweite Wochenende.

Dies ist einer der Gründe, warum internationale Studenten/innen so schnell Freundschaften schließen. Wenn du aber als Austauschstudent/in gerne Freundschaften mit einheimischen Studierenden schließen möchtest, dann musst du diesen Kreis durchbrechen, indem du aufgeschlossen gegenüber dem Gedanken bist, Leute kennen zu lernen. Vergiss nicht, wenn einheimische Studierende Interesse an deiner Anwesenheit haben, dann wollen sie vermutlich wirklich deine Freunde sein. Auch wenn sie ein geregeltes Leben haben und keine Erasmus Erfahrung machen, bedeutet das nicht, dass es keinen Platz für dich in ihrem Leben gibt. Wenn du ihnen das Gefühl gibst, dass du kein Interesse daran hast, sie gleichwertig zu deinen Erasmus Freunden zu behandeln, dann verlieren sie natürlich das Interesse.

2. Überwinde deine “FOMO” (Fear of Missing Out; Angst, etwas zu verpassen)

Du weißt, wie es ist. Du bist im Ausland, du hast die Zeit deines Lebens mit all den tollen, neuen Leuten, die du gerade getroffen hast und es ist immer irgendetwas los. Es ist entweder ein Ausflug in eine andere Stadt geplant, es gibt eine Party, einen DVD Abend, ein gemeinsames Kochen, man geht Kaffee trinken, Sport machen … die Freunde, die du gewinnst, werden zu deiner Familie.

Und dann eines Tages fragt dich ein/ netter/e, einheimischer/e Student/in, ob du mit ihm/ihr was machen willst. Aber die Erasmus Gang hat auch schon etwas geplant. Die Frage ist nun, welche Verabredung du absagst? Es ist total ok, wenn du am Anfang deines Erasmus Semesters an FOMO (Fear of Missing Out: Angst, etwas zu verpassen) leidest. Du willst schließlich Freundschaften schließen und deinen Platz in der Gruppe finden. Es ist also normal, wenn du 24 Stunden etwas mit Erasmus Studenten/innen machst.

Allerdings kommt dann die Zeit, wo du deine Pläne auch mal ändern musst, wenn du auch einheimische Studierende kennen lernen willst. Du verpasst vielleicht eine coole Party, aber man kann ja auch nicht immer alles machen. Und wenn deine Freunde wahre Freunde sind, werden sie dich für eine verpasste Nacht auch nicht als Verräter/in behandeln. Sei selbstbewusst in der Entscheidung einen/e einheimischen/e Freund/in zu finden, ohne die Angst, etwas zu verpassen.

3. Such dir einen “Buddy”

Wenn du in einem anderen Land lebst und die Sprache nicht sprichst, kann das am Anfang etwas furchterregend sein. Besonders, wenn du erst mal den ganzen bürokratischen Papierkram machen musst, bevor du mit dem Studium beginnen kannst.

Du hast aber Glück, da du dir einen sogenannten “Buddy” oder “Mentor” bekommen kannst, der dir hilft. “Buddies” sind einheimische Studenten/innen, die dazu da sind, dir bei deinen ersten Schritten in einer neuen Stadt zu helfen. Das kann mehrere Dinge beinhalten: deinen Schlüssel für deine Unterkunft zu besorgen, dir zu zeigen, wie du ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen kannst, dir den Campus zu zeigen und dich auch in der Stadt herumzuführen.

Diese Dienstleistungen werden meist vom “International Office” deiner Uni, deiner lokalen “ESN” Abteilung oder auch neuerdings von Uniplaces angeboten! Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, nicht nur die beste Hilfe überhaupt zu bekommen, sondern auch sofort eine Freundschaft mit einem Bewohner/einer Bewohnerin deiner dir noch fremden Stadt zu schließen.

4. Besorg dir Kontakte von deinen Freunden

Sobald du deinen Freunden zu Hause erzählst, dass du in eine gewisse Stadt im Ausland ziehst, werden sie dir vielleicht so etwas sagen wie “Oh, toll, ich kenne dort diese oder jene Person. Ich habe sie am so und so Platz oder in dem Café/der Bar … kennengelernt.”

Was vielleicht zuerst wie eine semi interessante Geschichte klingt, ist eine tolle Möglichkeit, einheimische Menschen zu treffen. Bitte deine Freunde, dir die Kontaktdaten von einem dieser Menschen zu geben, sodass du sie treffen kannst, wenn du in ihrer Stadt ankommst.

Wenn die Chemie bei eurem Treffen stimmt, dann ist dein Freundeskreis gerade größer geworden. Was noch besser ist, ist, dass ihr schon gemeinsame Freunde habt. Wenn du dir keine Freundschaft mit der Person vorstellen kannst, dann kannst du trotzdem das Beste draus machen und ihn/sie nach Empfehlungen und Einblicken zu deiner Erasmus Stadt fragen.

5. Zieh in eine WG ein

“Dorms” (gemeinsame Schlafsäle) sind toll. Du triffst dort viele verschiedene Menschen, es ist immer was los und du bist mittendrin. Aber vielleicht ist so ein Schlafsaal nichts für dich. Vielleicht ziehst du die Größe und die Ruhe eines Apartments vor, das man mit jemandem teilen kann. Ganz egal, wofür du dich entscheidest, du wirst eine tolle Zeit haben. Aber wenn du dich dazu entscheidest, in einer WG zu wohnen, dann hast du schon den Vorteil, einheimische Studenten/innen kennen zu lernen.

Denn in den “dorms” wirst du meist Erasmus Studierenden begegnen und in einem Apartment wäre das anders. Es ist eine sehr gute Möglichkeit, Leute aus der Gegend kennen zu lernen!

6. Besuche Vorlesungen in der Sprache des Landes

Kannst du die Sprache des Landes sprechen, in der du studierst? Wenn ja, hast du einen guten Grund, Vorlesungen zu besuchen, die nicht auf Englisch sind. Wenn du das machst, wirst du die Gelegenheit haben, Studenten/innen aus dem Land wöchentlich oder täglich zu sehen.

Wenn du ein Gruppenprojekt abgeben musst, dann tu dich mit diesen Leuten zusammen, denn das bedeutet, dass du auch außerhalb des Klassenraums Zeit mit ihnen verbringen musst. Das ist eine sehr einfache Methode, deine Kommilitonen kennen zu lernen.

7. Mach bei dem “Tandem Projekt” mit

Sprichst du Französisch, Spanisch oder Italienisch? Dann kannst du dich glücklich schätzen. Denn es gibt viele Menschen da draußen, die deine Sprache gerne lernen möchten. Aber selbst wenn deine Muttersprache eine andere ist, solltest du in Betracht ziehen, dich für ein “Tandem Projekt” anzumelden. “Tandem” bedeutet, dass du dich regelmäßig mit einer Person triffst, die deine Sprache lernen will und umgekehrt. Während dieser Treffen kommuniziert ihr in in euren Muttersprachen, um den Lerneffekt zu steigern.

Diese “Tandem” Dienste werden entweder von Institutionen oder deiner Uni organisiert. Einige Leute posten auch Anfragen für einen Tandempartner in Online-Gruppen oder auf Online-Marktplätzen. Es ist immer toll zu sehen, wie viele Menschen da draußen deine Muttersprache lernen wollen und es ist auch großartig, sie regelmäßig zu treffen und eine Freundschaft mit ihnen zu schließen.

8. Finde lokale Bars

Das klingt vielleicht erst seltsam. Denn natürlich sorgen sich “ESN” oder dein “Internationales Studentenbüro” darum, dass du dich willkommen fühlst und geben dir Empfehlungen für Orte und Aktivitäten, wo ihr euch treffen könnt. Aber diese Events sind meist für deine spezifische Zielgruppe: internationale Studenten/innen. Die ansässigen Leute werden wissen, welche Bars typische “Erasmus Studentenbars” sind, und an welchen Abenden sie voll sind. Das ist für manche vielleicht interessant, für andere kann das aber auch ein Grund sein, nicht dort hinzugehen.

Deswegen solltest du den Schritt wagen und herausfinden, wo die einheimischen Studenten/innen hingehen. Frag einfach den nächsten Studierenden aus der Stadt, wo du bist, was für eine Bar er/sie dir empfiehlt. Du kannst auch Onlineseiten googlen, die alle möglichen Aktivitäten und Events in deiner Gegend veröffentlichen.

9. Mache Aktivitäten außerhalb der Uni

Magst du Sport, spielst du ein Instrument oder bist du ein Fan der bildenden Künste? Wenn du ein Hobby hast, dem du zu Hause regelmäßig nachgehst, warum dann nicht auch bei deinem Erasmus? Es ist sogar noch besser, da diese Vorlesungen oder Aktivitäten auch von Studierenden in Anspruch genommen werden, die aus dem Land kommen, wo du gerade bist.

Aber wo findest du sie? In der Regel bieten Unis eine große Auswahl an sportlichen Aktivitäten an, die du wegen deines Studentenstatus für weniger Geld machen kannst. Wenn du musizierst, dann wird für dich interessant sein, dass die meisten Unis ein Orchester haben, in das du eintreten kannst. Du solltest auch immer ein Auge auf das schwarze Brett haben. Wenn deine Uni nichts anbietet, dann kannst du bei den Erwachsenenbildungszentren oder den Vereinigungen schauen, die sich auf deine Gegend spezialisiert haben.

10. Trete Facebook Gruppen and Fb Seiten bei

Wenn du willst, was um dich herum passiert, ist es immer gut, wenn du dir die sozialen Medien anschaust. Es gibt zahlreiche Facebook Gruppen und Fb Seiten, die Events, Hobbies oder bestimmten Sehenswürdigkeiten gewidmet sind. Vielleicht hast du bestimmte Fähigkeiten, nach denen jemand sucht oder jemand gibt dir eine Empfehlung für einen tollen Ort. Versuche auch nach Gruppen Ausschau zu halten, die über Erasmus hinausgehen. So kannst du deinen Horizont erweitern.

Es ist ganz gleich, ob du schnell Freunde findest oder eher der Typ bist, der länger braucht. Es wird sich auszahlen, wenn du dich nicht nur an die Erasmusstudierenden hältst. So wirst du nicht nur mit tollen Eindrücken von dem Land und der Kultur nach Hause gehen, sondern auch einen Grund haben, zu einer Person zurückzukehren.


Danke, dass du diesen Blog gelesen hast!

Gibt es noch andere Arten, die dir einfallen, wie du Freundschaften mit lokal ansässigen Studierenden schließen kannst? Lass es uns in den Kommentaren wissen. Und vergiss nicht, wenn du eine Studentenunterkunft mit den besten Mitbewohnern/innen suchst, dann wirst du die perfekte Unterkunft auf Uniplaces finden.

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